Der VIX – Bedeutung, Berechnung und Nutzen für Anleger

Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2023 von Tools-for-Trader

VIX steht kurz für Volatility Index. Der Volatilitätsindex ist auch als bekannt „Angst-Index“ bekannt. Er ist ein Maß für die erwarteten Schwankungen des S&P 500-Index in den nächsten 30 Tagen. Der VIX wurde erstmals im Jahr 1993 von der Chicago Board Options Exchange (CBOE) eingeführt. Seit dem hat er zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Artikel betrachten wir den Volatilitätsindex genauer. Wir erklären, was er ist, wie er berechnet wird und wie du ihn als Trader, Anleger oder Investor nutzen kannst.

Was ist der VIX?

Der VIX ist ein Volatilitätsindex, der die erwarteten Schwankungen des S&P 500-Index widerspiegelt. Volatilität bezieht sich auf die Schwankungen des Aktienkurses. Ein höherer VIX-Wert bedeutet, dass die erwarteten Schwankungen höher sind, während ein niedrigerer VIX-Wert bedeutet, dass die erwarteten Schwankungen niedriger sind.

Tradingview Chart des SPY und VIX Indexes
SPY (Candles) und VIX (orange) – Tradingview

Der Volatilitätsindex wird oft als „Angst-Index“ bezeichnet, da er oft als Indikator für das Risiko auf den Finanzmärkten verwendet wird. Ein hoher VIX-Wert kann darauf hindeuten, dass die Anleger besorgt sind und das Risiko scheuen. Während ein niedriger VIX-Wert darauf hindeuten kann, dass die Anleger zuversichtlich sind und das Risiko suchen.

Wie wird der VIX berechnet?

Der Volatilitätsindex wird mithilfe der Preise von Optionen auf den S&P 500-Index berechnet. Optionen sind Finanzinstrumente, mit denen Anleger das Recht, aber nicht die Verpflichtung haben, einen Vermögenswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Die CBOE berechnet den VIX auf Basis der Optionspreise auf den S&P 500-Index, um so die erwarteten Schwankungen des Index in den nächsten 30 Tagen zu schätzen.

Hierbei verwendet die CBOE die implizite Volatilität der Optionen auf den S&P 500-Index, um die erwartete Schwankung des Index zu schätzen. Der VIX stellt diese implizite Volatilität dann als Prozentsatz dar.

Wir wollen hier nicht auf die genaue Berechnung des VIX eingehen, sondern die Herleitung vereinfacht darstellen. Im Allgemeinen können jedoch folgende Schritte zur Berechnung des VIX durchgeführt werden:

  1. Sammeln der Preise von Optionen auf den S&P 500-Index mit verschiedenen Verfallsdaten.
  2. Verwenden der Preise der Optionen mit den nächsten beiden Verfallsdaten, um eine synthetische Option zu erstellen, die das gleiche Verfallsdatum hat wie die Option mit dem nächsten Verfallsdatum.
  3. Wiederholen des obigen Schritts für alle Verfallsdaten, um eine Kette von synthetischen Optionen zu erstellen.
  4. Verwenden der synthetischen Optionen, um den erwarteten Wert der Volatilität des S&P 500-Index zu berechnen.
  5. Umrechnen des Wertes der erwarteten Volatilität in einen Prozentsatz, um den VIX zu erhalten.

Der Volatilitätsindex (VIX) wird alle 15 Sekunden während der Handelszeiten der CBOE aktualisiert. Anleger und Trader können den Index somit stetig auf allen gängigen Handelsplattformen (wie zum Beispiel in der TWS von Interactive Brokers) verfolgen.

Wie können Anleger den VIX nutzen?

Hierbei gibt es unterschiedliche Ansätze, die Marktteilnehmer verfolgen können. Ein hoher Wert des VIX kann darauf hindeuten, dass die Anleger besorgt sind und das Risiko scheuen. In diesem Fall könnten Anleger defensive Anlagestrategien verfolgen, wie z.B. Investitionen in sichere Häfen wie Gold oder Staatsanleihen. Ein niedriger Wert des VIX kann darauf hindeuten, dass die Anleger zuversichtlich sind und das Risiko suchen. In diesem Fall könnten Anleger aggressivere Anlagestrategien verfolgen, wie z.B. Investitionen in Aktien mit hohem Risiko und hoher Rendite.

Marktteilnehmer können den VIX auch als Absicherungsinstrument nutzen. Anleger können Optionen auf den VIX kaufen, um sich gegen Verluste abzusichern. Mit dem Kauf von Call-Optionen partizipieren diese an einer steigenden Volatilität, während im Regelfall der Kurs des S&P500 Markt gleichzeitig sinkt.

Gerade für Optionshändler ist es vorteilhaft, stets einen Überblick über den aktuellen Stand des VIX zu haben. Dazu gilt es diesen in Relation zum hirtorischen Marktumfeld zu setzen und sich damit einen Eindruck über die Marktrichtung zu machen.

Ein täglicher Blick auf den Volatility Index sollte somit auf in der Morgenroutine von Optionshändler nicht fehlen. Hier im Market Monitor findest du regelmäßig aktualisierte Daten zum VIX.

Fazit

Der VIX ist ein Volatilitätsindex auf Basis der S&P500 Optionen, der helfen kann die Anlegerstimmung (Angst / Gier) einzuschätzen. Ein hoher Wert dieses Index kann darauf hindeuten, dass die Anleger besorgt sind und das Risiko scheuen, während ein niedriger Wert darauf hindeuten kann, dass die Anleger zuversichtlich sind und das Risiko suchen. Der Volatilitätsindex kann von Anlegern genutzt werden, um defensive oder aggressive Anlagestrategien zu verfolgen oder als Absicherungsinstrument gegen Verluste aufgrund erhöhter Volatilität auf den Finanzmärkten.

Er kann aber keine Vorhersage darüber treffen, ob der Markt steigen oder fallen wird. Stattdessen gibt er eine Vorstellung davon, wie volatil der Markt in den nächsten 30 Tagen sein könnte. Als Trader solltest du auch beachten, dass der Volatility Index nur den S&P 500-Index betrachtet und nicht den gesamten Markt widerspiegelt.

Fortgeschrittene Anleger können den VIX als ein Werkzeug zur Analyse des Marktrisikos nutzen und ihn in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen.

Insgesamt ist der VIX also ein wichtiger Indikator für das aktuelle Marktrisiko und sollte in jeder Toolbox eines Traders, Anlegers und Investors vorhanden sein.


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