Market Breadth für Optionhändler, zusammengefasst auf einer Seite. Sinnvoll auch zur Ergänzung der persönlichen Morgenroutine vor und während des Tradingtages.
Kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit und dient nur zur Indikation.
Maximale empfohlene Kapitalallokation
Diese Scorecard zeigt die aktuell maximal empfohlene Kapitalnutzung auf Basis des gestrigen VIX-Schlusskurses. Die Berechnung folgt dem Ansatz aus Julia Spinas Buch „The Unlucky Investor’s Guide to Option Trading“: Je höher der VIX, desto geringer die empfohlene Allokation (umgekehrte Proportionalität). In Niedrigvolatilitätsphasen (VIX < 15) ist eine höhere Kapitalnutzung möglich, während in Crash-Phasen (VIX > 30) die Allokation drastisch reduziert wird, um Liquidität zu bewahren. Die Kennzahl dient als Risikobudget – ein systematischer Schutz vor Overleverage in turbulenten Marktphasen.
Verlauf der maximalen Kapitalallokation
Dieses Diagramm zeigt den historischen Verlauf der maximal empfohlenen Kapitalallokation auf Basis der VIX-Tagesschlusskurse. Der Chart visualisiert, wie sich das Risikobudget über die Zeit verändert hat – von aggressiveren Allokationen in ruhigen Phasen bis hin zu stark reduzierten Positionierungen während Volatilitätsausbrüchen. Ideal, um die aktuelle Allokation im Kontext der jüngeren Marktgeschichte einordnen zu können. Jeder Datenpunkt repräsentiert die Allokationsempfehlung bei Börsenschluss.
VIX-Tagesschlusskurse mit Mittelwert, Median und Perzentilrank (IVP)
Der Chart zeigt die historischen VIX-Schlusskurse ergänzt um den gleitenden Mittelwert (SMA), den Median sowie den aktuellen Perzentilrang (IVP – Implied Volatility Percentile). Der IVP gibt an, wo der aktuelle VIX im Verhältnis zu seiner eigenen Historie steht: Ein Wert nahe 100 bedeutet, dass die Volatilität höher ist als in 99 % der betrachteten Vergangenheit – ideal zur Einordnung, ob wir uns in einer Niedrig-, Normal- oder Hochvolatilitätsphase befinden. Der Mittelwert zeigt den langfristigen Durchschnitt, der Median die typischere Mitte (robust gegenüber Ausreißern). Dieser Chart ist die fundamentale Basis jeder Volatilitätsanalyse für Optionhändler.
VIX-VOLI
Tagesschlusskurse von VOLI, VIX, VIX-VOLI, ab August 2024.
Volatility Risk Premium – Differenz zwischen IV und realisierter HV
Das theoretische Volatility Premium, also die Differenz zwischen der impliziten Volatilität (IV) und der realisierten historischen Volatilität (HV).
Das Volatility Risk Premium (VRP) ist die theoretische Risikoprämie für das Halten von Volatilitätsrisiko – definiert als Differenz zwischen der impliziten Volatilität (IV, erwartet) und der realisierten historischen Volatilität (HV, tatsächlich eingetreten). In normalen Marktphane liegt die IV systematisch über der HV – das „Zittern“ kostet mehr als die tatsächliche Bewegung rechtfertigt. Genau diese Prämie vereinnahmen Optionshändler, wenn sie Short-Vega-Positionen halten (z. B. Short Puts, Short Strangles). Ein schrumpfendes oder negatives VRP signalisiert, dass die Markterwartung die Realität nicht mehr übersteigt – oft ein Warnsignal für steigende Tail-Risiken. Die Daten werden auf Tagesschlusskurs-Basis berechnet.
VIX Future
~15min verzögerte Echtzeitdaten der VIX Future Terminstrukturkurve auf Basis TWAP (Time Weighted Average Price).
VIX Future Termstruktur (TWAP, ~15 Min. verzögert)
Die VIX Futures-Terminstrukturkurve, berechnet auf TWAP-Basis (Time Weighted Average Price) mit ~15-minütiger Verzögerung. Die Kurve zeigt die Preise der VIX Futures über die verschiedenen Laufzeiten (Front Month, Second Month, etc.).
Interpretation:
- Contango (steigende Kurve): Futures sind teurer als der Spot-VIX – normaler Marktzustand. Short-Vola-Positionen profitieren vom negativen Roll Yield.
- Backwardation (fallende Kurve): Futures sind günstiger als der Spot – signalisiert akute Marktangst oder einen Krisenzustand. Long-Vola-Positionen gewinnen an Wert.
Roll Differenz der VIX Futures
Differenzbetrag zwischen nebeneinander liegenden VIX Futures.
Zeigt die absolute Preisdifferenz zwischen nebeneinander liegenden VIX Futures-Kontrakten. Positive Werte = Contango, negative Werte = Backwardation. Je größer der Betrag, desto stärker die Terminstruktur. Die Balken visualisieren, in welchem Monatsübergang die größte Spanne liegt – hilfreich, um Roll-Entscheidungen bei VIX-Produkten zu timen.
VIX Cash
~15min verzögerte Echtzeitdaten der Cash VIX Preise.
VIX Cash Terminstrukturkurve
~15 Minuten verzögerte Echtzeitdaten der Cash-VIX-Preise über verschiedene Laufzeiten. Im Gegensatz zu den Futures wird hier der synthetische VIX-Terminmarkt auf Basis von VIX-Optionen abgebildet. Die Form der Kurve gibt Aufschluss über die Markterwartung für die Volatilität über die Zeit: ein flaches Ende deutet auf eine normalisierte Erwartung hin, ein steiles Ende auf anhaltende Unsicherheit in der weiteren Zukunft.
Ratios der VIX Cash Terminstruktur
SPX Dealer Gamma Exposure & Gamma Flip Level
Zwei zentrale Kennzahlen zur Marktstruktur aus Derivate-Perspektive:
- Dealer Gamma (Netto-GEX): Der aktuelle Netto-Gamma-Wert der Market Maker/Dealer im SPX. Ein negativer Wert (z.B: −28,91) bedeutet, dass Dealer netto Short Gamma sind. Das hat eine destabilisierende Wirkung: Fallende Kurse zwingen Dealer zu weiteren Verkäufen (Gamma-Turbo nach unten), steigende Kurse zu zusätzlichen Käufen. Ein positiver Wert wirkt dämpfend und marktberuhigend.
- Gamma Flip Level: Der SPX-Preis, bei dem die Dealer Netto-Gamma von positiv auf negativ wechselt (oder umgekehrt). Dieses Niveau fungiert als magnetische Zone: Solange der SPX oberhalb des Flip Levels handelt, wirkt Gamma stabilisierend. Ein Bruch darunter kann eine Beschleunigung nach unten auslösen, da Dealer ihre Absicherungen umschichten.
SPX Gamma Exposure Verlauf
Zeigt den Verlauf der SPX Gamma Exposure (GEX) über den SPX Spot Preis. Positive Werte signalisieren eine stabilisierende Marktstruktur, negative Werte eine latente Anfälligkeit für Gamma Squeezes nach unten. Der Chart hilft, Trends in der derivativen Marktstruktur zu erkennen – etwa eine zunehmende Short-Gamma-Positionierung, die als Risikovorwarnung für erhöhte Intraday-Volatilität dient.
SPX Gamma Exposure verteilt nach Restlaufzeit (Days to Expiry)
Zeigt die Verteilung der Gamma Exposure über die verschiedenen Restlaufzeiten (DTE). Dies offenbart, in welchen Laufzeiten sich die Gamma-Konzentration befindet. Ein hoher Gamma-Anteil im 0-DTE-Bereich macht den Markt besonders anfällig für Intraday-Bewegungen am Verfallstag. Quartals-Gamma-Konzentrationen sind dagegen strukturell bedeutsamer für längerfristige Positionierungen.
SPX Open Interest
SPX Call Open Interest
Zeigt die Anzahl der offenen Call-Optionen im SPX, verteilt über die verschiedenen Ausübungspreise (Strikes). Konzentrationen von Open Interest wirken als Unterstützungs- oder Widerstandszonen: Hohe Call-OI bei einem bestimmten Strike deutet auf eine magnetische Zone hin, an der Market Maker ihre Absicherungen anpassen müssen. Das Diagramm hilft dabei, „Call Walls“ zu identifizieren – Strikes mit massivem Call-Open-Interest, die als Widerstand dienen können.
SPX Put Open Interest
Zeigt die Anzahl der offenen Put-Optionen im SPX, verteilt über die Ausübungspreise (Strikes). Massive Put-Konzentrationen fungieren als Unterstützungszonen: Wenn der Markt sich einem Strike mit hohem Put-OI nähert, müssen Dealer ihre Short-Put-Positionen absichern, was kaufende Kraft erzeugt und den Kurs stabilisieren kann. Ein Put Wall (höchste Put-Konzentration) markiert oft eine Zone, an der der Markt „nach oben abprallt“ – besonders in Kombination mit hohem Gamma an dieser Stelle. Umgekehrt: Ein Break unter die Put Wall deutet auf eine signifikante Abschwächung der Unterstützung hin.
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